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Lüfter, Lebensdauer, MTBF

Die Angaben vieler Lüfterhersteller sind oft unklar. Ein Vergleich auf einen Blick ist nicht möglich. Die weltweit verwendeten unterschiedlichen Maßeinheiten für Druck und Volumenstrom lassen einen einfa-chen Vergleich nicht zu. Vor allem die Angabe der Lebensdauer ist häufig so mangelhaft, dass keine echte Qualitätsbeurteilung möglich ist.

Die Lebensdauer eines Bauteils ist von sehr vielen Faktoren abhängig und streut sehr stark, man kann deshalb keinen exakten Wert angeben. Die in den Datenblättern oft als Lebensdauer genannte Zahl ist die Überlebenswahrscheinlichkeit. Um sie richtig interpretieren zu können, muss man auch die Bedingungen, die für die Ermittlung dieses statistischen Wertes zugrunde lagen, kennen:

1. Wahrscheinlichkeitsfaktor (L1, L10 oder MTBF)
2. Temperatur
3. Einschaltbedingung (DB, AB oder KB)

Der Wahrscheinlichkeitsfaktor gibt an, wieviel % (über eine sehr große Menge gemittelt) nach Ablauf der angegebenen Zeit ausfallen können. L10 bedeutet, dass ca. 10% nach n Betriebsstunden ausfallen werden, oder anders gesagt, 90% werden diese Zeit "überleben".

Häufig wird auch die MTBF angegeben, das ist die mittlere Zeit zwischen zwei Fehlern. Bei Lüftern ist ein Fehler gleich Ausfall, daher sollte es eigentlich MTTF (Mean Time To Failure) heißen. Die MTBF Angabe bei SEPA® Lüftern basiert auf einer Ausfallwahrscheinlichkeit von 63%.

L1, L10, MTBF und MTTF sind statistische Angaben, die nur durch Beobachtung großer Mengen über einen langen Zeitraum erfassbar sind. Bei einzelnen Lieferlosen kann eine Abweichung in beide Richtungen auftreten. Erst wenn man viele Lieferlose aus-wertet, wird die Übereinstimmung mit der Voraussage groß sein. Die Werte L1, L10 und MTBF stehen grob in folgendem Zusammenhang:
 

L1 : L10 : MTBF = 0.21 : 1.0 : 4.0

Die Ausfallwahrscheinlichkeit steigt logarithmisch mit der Temperatur. Falls nicht anders angegeben, beziehen sich alle Lebensdauerdaten auf Raumtemperatur.

Schaltbetrieb (AB oder KB) stresst jedes Gerät und verringert die Lebensdauer. Die Lebensdauerangaben bei Lüftern gelten nur für Dauerbetrieb (DB).

Die Ausfälle treten innerhalb der Lebensdauer normalerweise nicht gleichmäßig auf. Es gilt die so genannte "Badewannenkurve", d.h. relativ hohe Ausfallwahrscheinlichkeit nach kurzer Betriebszeit.

Um diese besonders unangenehmen Frühausfälle zu minimieren, werden alle SEPA® Lüfter bei einer mittleren Temperatur von 30°C einem 12-stündigen Burn-in unterzogen. Durch den Burn-in wird eine relativ konstante und niedere Ausfallrate bis zum Erreichen der verschleißbedingten Lebensdauer bei praktisch ausfallfreier Anlieferqualität ("Zero-Defect") erreicht. Die über die Gerätelebensdauer möglichen Ausfälle werden besser kalkulierbar, die Kosten sinken insgesamt.

SEPA® Lüfter werden immer einer dreifachen Qualitätskontrolle unterzogen:

  • Kontrolle der vormontierten Baugruppen
  • Kontrolle des fertig montierten Produktes
  • Kontrolle nach dem Burn-in.
  • Darüber hinaus werden mindestens 1% Teile aus jeder Charge einem 12500h Dauerlauf bei rund 30°C unterzogen. Nach diesem Test darf maximal 1% der Lüfter ausfallen, meist sind die Resultate bis zu 5-mal besser.

    SEPA® CPU-Cooler sind ausschließlich mit Kugellagerlüftern ausgestattet, die speziell für den Betrieb bei hohen Temperaturen ausgelegt sind.